Kehrtwende Scheidtweiler Straße in Frage gestellt

Keine Kehrtwende Die Stadtverwaltung hat die Einführung einer Kehrtwende auf dem Ehrenfeldgürtel Höhe Scheidtweiler Str. in ihrer Stellungnahme abgelehnt. Die Lindenthaler Bezirksvertretung hatte der Stadtverwaltung am 5. Mai einen Prüfauftrag erteilt. Die Kehrtwende würde, so die Stadtverwaltung, zu einem Rückstau des Verkehrs beim Einfahren der Straßenbahnen in den Betriebshof der KVB führen.


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Diese Aussage ist für die BIG-FSS unzulänglich und geht auf das eigentliche Problem nicht ein: es fehlt die wichtige Verknüpfung der bedeutenden Kölner Hauptverkehrsachsen Gürtel und Aachenerstrasse in stadtauswärtiger Richtung. Stattdessen wird die Führung von Durchgangsverkehr durch Wohnbereiche bewusst in Kauf genommen.

WIEDER WIRD DIE BEHANDLUNG EINES WESENTLICHEN BÜRGER-ANLIEGENS ABGEWIESEN, ANSTATT LÖSUNGEN ZUR UMSETZUNG VERKEHRSPOLITISCHER MAXIMEN IN GESAMTZUSAMMENHÄNGEN ZU ERARBEITEN.

Der BIG-FSS würde von der Stadtverwaltung gern erfahren, wieviele Straßenbahnen denn im Verlauf des Tages konkret auf den Betriebshof der KVB fahren, inwieweit dies die kritischen Verkehrsstosszeiten belasten muss und mit welchem Rückstau nach Ausschöpfung der Optimierungspotentiale, einschließlich moderner Ampeltechniken, zu rechnen ist.

Wir weisen darauf hin, dass die Ermöglichung weiterer Kehrtwenden auf Höhe Oskar-Jäger-Strasse in der Achse Gürtel sowie auf der Aachenerstrasse die primäre Kehrtwende an der Scheidweilerstrasse ergänzen und entlasten würden.

Zu dem Teilaspekt des erwarteten Rückstaus am Kehrtwendepunkt Scheidweilerstrasse merken wir an, dass dieser bereits durch den Einsatz einer - durchaus bezahlbaren - modernen Ampelanlage und anderen Beschilderungsmöglichkeiten gesteuert und stark eingegrenzt werden kann.

Der Grundsatz der Vorrangschaltung für den öffentlichen Nahverkehr gilt selbstverständlich nur für Straßenbahnen, die auch Fahrgäste transportieren, nicht für leere Straßenbahnen, die nur zum Betriebshof fahren.

Insgesamt ist hier ein Verkehrskonzept zweifelsfrei denkbar, das den Durchgangsverkehr in den Hauptverkehrsachsen belässt. Dass dabei die heutige, durchaus ertragreiche Situation zur Verhängung von teuren Bußgeldern wegen Falsch-Abbiegens an der Scheidweilerstrasse wegfallen würde, doch sollte jedoch kein verkehrspolitischer Gestaltungsaspekt sein.

Wir fordern die Bezirksvertretung auf, sich mit der ersten Stellungnahme der Stadtverwaltung zum Prüfungsauftrag nicht zufrieden zu geben!